Heilpflanzen Teil 2 – Gänseblümchen, Johanniskraut und Ringelblumen

Heilpflanzen Teil 2 – Gänseblümchen, Johanniskraut und Ringelblumen

Wie auch schon in Teil 1 unserer Heilpflanzen Reihe, möchten wir euch in diesem Teil drei weitere Wildpflanzen vorstellen, die ihr vielleicht bisher unterschätzt habt. Gänseblümchen, Johanniskraut und Ringelblumen möchten wir euch ein wenig näher bringen und zeigen was in ihnen steckt. Natürlich sind diese Tipps nicht nur beim Überleben in der Wildnis interessant, sondern ihr könnt sie ebenso zu Hause anwenden.



Gänseblümchen

Das Gänseblümchen (im Volksmund auch liebevoll Tausendschön oder Maßliebchen genannt) kennt vermutlich jeder, der schon einmal in Europa auf einer Wiese saß. Als Kinder gern gesammelt um Blumenketten zu flechten doch heute völlig missachtet? Zu Unrecht! Denn diese kleine weiße Blume ist ein wahres Allroundtalent.

Einsatz: Bei Husten und Erkältungen, bei Verstopfung, Darmentzündungen, Menstruationsbeschwerden und Appetitlosigkeit. Durch seine blutreinigenden Eigenschaften wird es auch bei Entzündungen, zur Wundheilung und bei unreiner Haut eingesetzt. Des Weiteren wirkt das Gänseblümchen stoffwechselanregend, harn- und schweißtreibend und findet auch bei Nieren- und Blasensteinen Einsatz.




Finden: Gänseblümchen findet ihr fast das ganze Jahr über auf der ganzen Welt außer in Afrika und der Antarktis bis ca. 2400m. Am liebsten verbreitet es sich auf Weiden oder Wiesen in Parks.

Anwendung: Verwenden könnt ihr Blätter und Blüten der Gänseblümchen. Die einfachste Variante ist es, einen Tee aus den Blüten aufzusetzen. Dafür rechnet ihr für jede Tasse ca. 2 Teelöffel Gänseblümchen, getrocknet oder frisch. Es werden bis zu 3 Tassen am Tag empfohlen.

Frischen Saft aus Blättern und Blüten könnt ihr, zur Wund- und Entzündungsbehandlung und auch für warme Wadenwickel oder Umschläge, auf der betroffenen Stelle anwenden.



Eine Tinktur stellt ihr her indem ihr möglichst hochprozentigen Alkohol, am besten Doppelkorn, in ein Schraubglas füllt und darin die Blüten des Gänseblümchens mindestens 4 Wochen einlegt. Anschließend kann die Tinktur Tropfenweise verdünnt getrunken werden oder zum Einreiben verwendet.

Im Übrigen kann man die Blüten auch roh essen. =)

Johanniskraut

Einsatz: Einen besonderen Einsatz findet das Johanniskraut, durch seine beruhigende Wirkung, als pflanzliches Mittel bei der Behandlung von Depressionen.  So wird das Kraut schon seit dem Mittelalter als Antidepressiva und Stimmungsaufheller eingesetzt. Es hat außerdem antibakterielle, abschwellende und entzündungshemmende Eigenschaften und wird zur Wundheilung eingesetzt. Auch zur Lösung von Krämpfen und zum Stillen von Schmerzen kann Johanniskraut angewendet werden. Zusätzlich hat es eine blutbildende, blutstillende und schleimlösende Wirkung.



Finden: Zu finden ist das Johanniskraut in Europa, in Nordafrika und im nördlichen Teil von Asien im Frühling. Am besten erntet ihr sie im Juni, da sie dann meist ihre volle Blüte haben. Am liebsten wachsen sie in lichten Wäldern oder auf Wiesen.

Anwendung: Verwenden könnt ihr den ganzen sichtbaren Teil der Heilpflanze, also Blätter, Stängel und Blüten. Die einfachste Variante ist, wie fast immer, der Tee. Trocknet hierzu das Kraut ein paar Tage über Kopf und übergießt anschließend 2 Teelöffel Johanniskraut pro Tasse mit heißem Wasser.

Eine Tinktur funktioniert, genauso wie auch bei Gänseblümchen, am besten mit Doppelkorn. Legt hierzu die Blüten und Blätter für mindestens vier Wochen in Alkohol ein und verwendet sie anschließend tropfenweise und verdünnt zum einnehmen oder als Wadenwickel/ für Umschläge.

Vorsicht! Johanniskraut sollte nicht vor dem Sonnenbaden eingenommen werden, da es photosensibilisierend (Erhöhung der Lichtempfindlichkeit der Haut) wirken kann und kann außerdem die Wirkung der Antibabypille beeinträchtigen.

Ringelblumen (Calendula)

Einige von euch werden die Ringelblume noch von Oma oder auch Mama kennen. Meist von der allseits beliebten Ringelblumensalbe die bei allen möglichen kleinen Wehwehchen immer als Wundermittel angepriesen wurde. Doch wir stellen fest – Oma hat recht! Damit gehört die Ringelblume auch eigentlich in unsere Kategorie “Wild Superfood” (Hier gehts zu “Wild Superfood” Teil 1 und Teil 2)

Einsatz: Ja, Oma hat recht weil die Ringelblume als Heilpflanze bei gefühlt so gut wie Allem hilft. Bei Angstzuständen, blauen Flecken, leichten Verbrennungen, Entzündungen, Geschwüren. Gürtel- und Gesichtsrose, Hämorrhoiden, Kopfschmerzen, Hautleiden, wunde Hautstellen, Wunden und Zerrungen, Krampfadern, Warzen, Magen- Darmstörungen, Magengeschwüren und Jucken. Außerdem ist die Ringelblume ein wunderbares Helferlein bei Frauenbeschwerden wie trockene Lippen, Wechseljahrs- und Menstruationsbeschwerden. Auch auf Narben findet sie ihre Anwendung, da Ringelblumen die Narbenbildung vermindern.

Finden: Es gibt viele verschiedene Arten der Ringelblume und ihr findet sie zwischen Mai und Oktober in Mitteleuropa. Oft in Vorgärten, auf Wiesen und am Waldrand. Wenn der Winter mild beginnt, sind sie oft bis Ende des Jahres zu finden.

Anwendung: Auch bei der Ringelblume ist die Herstellung eines Tees am einfachsten. Auch hier werden ca. 2 Teelöffel getrocknete Ringelblumenblüten pro Tasse empfohlen. Übergießt diese mit heißem Wasser und lasst den Tee ca. 10 Minuten ziehen. Bei stärkeren Beschwerden werden 3 Tassen pro Tag empfohlen.

Mit Doppelkorn oder sehr hochprozentigem Alkohol könnt ihr auch mit Ringelblumen eine Tinktur ansetzen. Diese eignet sich tropfenweise verdünnt hervorragend zum Einnehmen. Auch mit der Ringelblumentinktur könnt ihr Wadenwickel und Umschläge tränken und diese auf den betroffenen Stellen anwenden.



Habt ihr festes Pflanzen- oder auch Tierfett zur Hand, könnt ihr die ursprünglichste Form der beliebten Ringelblumensalbe herstellen. Schmelzt hierzu das Fett in einem Topf und gebt eine Hand voll frische oder getrocknete Ringelblumenblüten hinein. Lasst die Blüten auf kleiner Flamme mindestens eine halbe Stunde lang ziehen. Anschließend lasst ihr das Fett hart werden und wiederholt am nächsten Tag den gleichen Vorgang. Am Ende könnt ihr die übrig gebliebenen Blüten herausfiltern und das Fett aushärten lassen. Vorsicht! Das köchelnde Fett ist unendlich heiß! Mit dieser Methode habt ihr im Nu eine echte Ringelblumensalbe die obendrein sogar sehr lange haltbar ist.

 

Wichtig!!! Macht nach maximal 6 Wochen Anwendung mit einer der Pflanzen mindestens 2 Wochen Pause. So gewöhnt der Körper sich nicht daran und ihr habt bessere Resultate und Wirkungen bei der Verwendung.

Viel Erfolg wünscht euch das Team von Survival-Tips.de =)

Hier gehts zu Heilpflanzen Teil 1 (Arnika, Kamille und Linde) 



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